Flucht

Gewalt vorbeugen, Zusammenleben fördern, Rückkehr erleichtern.

Der Zivile Friedensdienst und das Phänomen Flucht.

 

Flucht - ein Phänomen

Weltweit sind etwa 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Noch nie waren es so viele wie heute. 90 Prozent der Flüchtenden bleiben in ihrer Region. Sie fliehen innerhalb ihres Landes oder in einen Nachbarstaat. Flucht ist ein Thema, das die Gesellschaft bewegt - und polarisiert. Flucht ist eines der prägendsten Phänomene unserer Zeit.

Warum fliehen so viele Menschen? Es gibt viele Motive für den unfreiwilligen Aufbruch: Krieg, Gewalt und Armut gehören dazu. Sie sind häufig die Folge von gewaltsam ausgetragenen Konflikten. Oft sind die Industriestaaten mit verantwortlich. Eines verbindet die Millionen Geflüchteten: Flucht ist immer ein Notausgang, der letzte Ausweg aus einem Leben, das in der Heimat keine Zukunft mehr hat.

In diesem Dossier erfahren Sie, wie Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes Menschen unterstützen, die in Konfliktgebieten Gewalt vorbeugen und das Leid von Menschen auf der Flucht und in Migration lindern. Sie entdecken, wie zivile Fachkräfte Spannungen zwischen Geflüchteten und einheimischer Bevölkerung abbauen und wie sie Menschen bei der Rückkehr in ihre Heimat unterstützen.

 

Flucht – Zivil ist der Weg

Flucht ist für alle Beteiligten problematisch, aber: Nicht die Geflüchteten sind das Problem, sondern die Umstände und Konflikte, die ihnen ein Leben in ihrer Heimat unmöglich machen. Was können wir tun, damit Menschen nicht fliehen müssen? Und wie unterstützen wir sie, falls Flucht dennoch nötig wird?

Das Herzstück des Zivilen Friedensdienstes ist die zivile Konfliktbearbeitung. Sie passiert in erster Linie an der Basis einer Gesellschaft: Hier analysieren Menschen Konflikte, bringen die Beteiligten an den Verhandlungstisch, entwickeln gewaltfreie Lösungen und können so Gewaltausbrüche bereits im Vorfeld verhindern. Fachkräfte des ZFD unterstützen sie dabei. Wenn Frieden auf diese Weise erreicht wird, kann er langfristig wachsen.

Zivile Konfliktbearbeitung wirkt auch im Zusammenhang mit dem Phänomen Flucht:

  • sie verhindert Gewalt (Kapitel 1)
  • sie stärkt Menschen auf dem schwierigen Fluchtweg (Kapitel 2)
  • sie fördert Dialog und Verständigung im Zusammenleben (Kapitel 3)
  • sie schafft Voraussetzungen für eine Rückkehr und hilft, den Frieden zu sichern (Kapitel 4)

Kapitel 1

Gewalt vorbeugen

Wer von Gewalt bedroht ist, wer sein Leben in Gefahr sieht, wer keine Hoffnung mehr auf ein Leben in Würde hat: flieht. Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes und ihre lokalen Partner arbeiten daran, Gewalt vorzubeugen, damit Menschen nicht fliehen müssen.

Beispielsweise stärken sie im Südsudan Menschen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Diese Menschen zeigen, dass es auch in einer von Gewalt und Krieg gekennzeichneten Gesellschaft friedliche Wege des Interessenausgleichs gibt. In Afghanistan lernen Jugendliche, sich für ihre Interessen einzusetzen und Probleme konstruktiv zu lösen. Sie werden ermutigt, ihre Situation und ihr Umfeld positiv zu verändern. Das gibt ihnen Kraft und Mut, im Land zu bleiben und Verantwortung in ihrer Gesellschaft zu übernehmen.

Afghanistan

Herausforderung

Perspektivlosigkeit.

Was macht der ZFD?

Perspektiven schaffen, Gewalt vorbeugen.

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Selbstvertrauen schafft Perspektiven.

Kontext

Auch nach 13 Jahren internationaler Militärpräsenz setzt sich der Aufstand radikaler Islamisten in Afghanistan fort. Das Jahr 2015 wurde überschattet von Machtkämpfen der Taliban, gewaltvollen Konflikten und schweren Menschenrechtsverletzungen. 67 Prozent der Afghaninnen und Afghanen fühlen sich unsicher und haben Angst. Dies hat vor allem mit den Taliban und den Bedrohungen durch den IS zu tun.

Etwa 64 Prozent der Afghaninnen und Afghanen sind unter 25 Jahre alt. Ihnen gehört die Zukunft des Landes.

 

Die Arbeitslosigkeit ist jedoch hoch. Positive Zukunftsaussichten fehlen. Viele Jugendliche suchen nach neuen Perspektiven. Sie wollen zu Frieden und demokratischem Wandel in Afghanistan beitragen.

In dieser Situation ist es wichtig, das Selbstbewusstsein junger Menschen zu stärken und ihnen Ideen davon zu vermitteln, wie sie die Zukunft ihres Landes in die Hand nehmen können. Der ZFD unterstützt sie mit Maßnahmen, die ihnen den Mut geben, im Land zu bleiben.

Planspiel Zukunft

Mohammed Khobaib Usmany ist Regierungschef, Gulbibi Joya ist Generalsekretärin der UN, Khoijsta Nabizaga vertritt eine NGO. Gemeinsam erarbeiten sie politische Agenden, diskutieren über Rohstoffe und Entwicklungshilfe. Aber nur für fünf Tage. Normalerweise studiert Mohammed Ingenieurswissenschaften, Gulbibi ist Studentin der Politikwissenschaften und Khoijsta studiert Wirtschaft. In einem umfangreichen Planspiel beschäftigen sie sich mit großen Fragen, die ihr Land betreffen könnten.

Planspiel Zukunft: Hier tagt die UN-Vollversammlung.

Sie entwickeln eigene Ideen und entwerfen politische Konzepte. In der fiktiven Situation lernen sie komplexe weltpolitische Prozesse kennen. Die Jugendlichen üben frei zu diskutieren, miteinander Konflikte zu lösen und eigenverantwortlich zu handeln. Solche Trainings sind wichtig, damit sie künftig Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen können. Im Rollenspiel entwickeln die Jugendlichen auch in komplexen Situationen friedliche Lösungen für gesellschaftliche Probleme. Das macht Spaß und fördert die Motivation und den Mut, gesellschaftliche und politische Veränderungen auch unter realen Bedingungen erreichen zu können. Im Universitätsalltag ist für solche Übungen kein Raum.

„Leadership“-Trainings für Jugendliche

Die New Leaders Platform (NLP) in Mazar-e-Sharif organisiert mit Unterstützung des ZFD „Leadership“-Trainings für Jugendliche. Ein halbes Jahr lang trainieren sie beispielsweise staatsbürgerliches Bewusstsein, Recht, Lobbyarbeit, Führungskompetenzen und gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien. Das Ziel: späteres bürgerschaftliches Engagement.

Die Initiative hat Erfolg: Die inzwischen rund 100 Jugendlichen der Plattform haben bereits zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen für Frieden und zum Schutz der Menschenrechte aus der Taufe gehoben.

Mitglieder der NLP besuchen Opfer eines Talibanangriffs in Mazar-e-Sharif

Die Jugendlichen der NLP organisierten zum Beispiel eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Mazar-e-Sharif. Sie kümmerten sich außerdem um die Notaufnahme von Geflüchteten auf dem Gelände der Blauen Moschee in Mazar. Sie besuchten Opfer von Anschlägen im Spital. Über Facebook haben sie sich organisiert und erheben monatliche Gebühren, um ihre Aktivitäten professionalisieren zu können. Bisher leisten die Jugendlichen ihre Arbeit ehrenamtlich. Einige sind bereits in Nichtregierungsorganisationen oder in staatlichen Einrichtungen berufstätig. Manche fanden sogar Arbeit, weil ihr Engagement für öffentliche Interessen über die Plattform sichtbar wurde.

Was tut der ZFD?

Wie der Zivile Friedensdienst Jugendliche für die Zukunft stärkt, beschreibt Andreas Selmeci vom ZFD in Afghanistan.

Welche Methoden wenden Sie bei der Arbeit mit den Jugendlichen an?

Selmeci: In afghanischen Schulen und Universitäten gibt es meist nur Frontalunterricht. Wir wenden partizipative Methoden an. Das ist meist neu für die jungen Menschen. Damit fördern wir ihre Eigenaktivität, ihr Selbstvertrauen und ihre Fähigkeit, mit anderen emotional in Verbindung zu treten.

Andreas Selmeci

In den Trainings werden “Life and Leadership Skills” vermittelt. Wie helfen diese Kompetenzen den Jugendlichen?

Selmeci: Die Jugendlichen werden in die Lage versetzt, eigene Lebensprobleme sowie die von Menschen in ihrem Umfeld zu lösen. Wir stärken außerdem ihre Fähigkeit zur Vernetzung und zur Advocacy-Arbeit für ihre eigenen Interessen oder die Rechte anderer. Das gibt ihnen Problemlösungskompetenz auf höherer Ebene. Erfolgserlebnisse ermutigen zu mehr. Im günstigsten Fall tragen die Jugendlichen zu institutionellen und strukturellen Veränderungen bei.

Wie kommen Jugendliche unterschiedlicher Gruppen zuammen?

Selmeci: Wir vermitteln den jungen Menschen Fähigkeiten zum Dialog mit Jugendlichen aus anderen sozialen, ethnischen und religiösen Gruppen, die sie vorher als „Feinde“ betrachtet haben. Im Kleinen geschieht das beispielsweise durch Fußballturniere, die jugendliche Binnengeflüchtete selbst organisieren. Sie laden Mannschaften aus anderen Camps oder aus den Aufnahmegemeinden ein, zu denen sie vorher ein angespanntes Verhältnis hatten.

Südsudan

Herausforderung

Bürgerkrieg und Gewalt.

Was macht der ZFD?

Frieden fördern, Gewalt vorbeugen.

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Zerstörte Kirche im Südsudan.

Kontext

Der Sudan ist von einem mehr als 40 Jahre andauernden Bürgerkrieg gezeichnet. Mehrere Friedensabkommen scheiterten. Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Norden des Landes 2011 schöpften viele Menschen Hoffnung auf Frieden. Diese Hoffnungen haben sich bisher nicht erfüllt. Auch das umstrittene Friedensabkommen zwischen Regierung und Opposition vom Sommer 2015 hat den ersehnten Frieden nicht gebracht. Besonders interethnische Konflikte zwischen den Volksgruppen Dinka und Nuer, und der Kampf um Macht, Land und Ressourcen bestimmen das Geschehen.

Staatliche Institutionen sind schwach oder erst gar nicht vorhanden. Das große Ausmaß der Gewalt im Südsudan belegen Berichte über brutale Kriegsverbrechen an Männern, Frauen und Kindern. 20 Prozent der Bevölkerung sind vor der Gewalt auf der Flucht: das sind 2,3 Millionen Menschen.

In dieser Situation arbeitet der ZFD daran mit, Gewaltausbrüchen vorzubeugen. Es geht darum, in kleinen Schritten Stabilität und Zuversicht in die Gesellschaft zurück zu bringen. Dass dies nur mit Hilfe von starken Südsudanesinnen und Südsudanesen geschehen kann, erläutert Michael Steeb, Geschäftsführer der AGEH, im Interview.

„Die Menschen wollen Frieden"

Herr Steeb, ist Friedensarbeit im Südsudan unter den gegebenen Bedingungen überhaupt möglich?

Ja, denn die Menschen im Südsudan wollen Frieden, und das Land braucht Menschen, die sie bei ihrer Friedensarbeit unterstützen. Als ich vor Kurzem dort war, habe ich Menschen getroffen, die unter den schwierigen Bedingungen so etwas wie „little heroes“ sind. Diese Menschen geben sozialem Gruppendruck nicht nach. Sie richten sich nach ihrem Herzen und Gewissen. Sie zeigen anderen, dass alternatives Handeln möglich ist. Es ist nicht einfach, solche „little heroes“ zu finden. Aber es gibt sie, und wir müssen sie stärken. Es sind zwar sehr kleine Schritte, die wir gehen können, um zu Stabilität und Frieden in der südsudanesische Gesellschaft beizutragen. Aber diese Schritte sind wichtig.

Michael Steeb

Wer sind diese „little heroes“?

Ich traf zum Beispiel den emeritierten Bischof Taban aus Kuron, mit dem wir zusammen arbeiten werden. Ein charismatischer Mann, der in einem gelben T-Shirt mit der Aufschrift „peace village“ strahlend auf mich zukam. Bischof Taban hat vor zehn Jahren in Kuron ein Friedensdorf aufgebaut. Dort leben Menschen unterschiedlicher Ethnien in Frieden zusammen. Er erwirkte, dass einige der berüchtigtsten Milizen auf den Einsatz von Kindersoldaten verzichteten und die Waffen niederlegten.

Michael Steeb im Gespräch mit Bischof Taban.

Ich traf Natalina Mabo, die Leiterin der „Peace and Justice Commission“ im Bistum Wau. Sie ist eine unglaublich starke und beeindruckende Frau, die sich etwas traut. Unerschrocken ging sie alleine in nahe gelegene Militärcamps und klärte Soldaten und Offiziere über die Menschenrechte und das Friedensabkommen vom Sommer 2015 auf. Die Kämpfer hatten von beidem noch nie etwas gehört. Heute fordern die Befehlshaber den Austausch bei Frau Mabo ein.

Natalina Mabo - Leiterin der „Peace and Justice Commission“ im Bistum Wau.

Welche Bedeutung haben diese Menschen für den Frieden im Südsudan?

Sie zeigen, dass alternatives Handeln möglich ist, und sie legen dabei eine besondere Haltung an den Tag. Sie gehen über den Konflikt hinaus und überschreiten dabei beispielsweise ethnische Grenzen. Menschen wie Bischof Taban und Frau Mabo braucht das Land. Sie geben den Menschen Antworten auf ihre Fragen: Wo kann ich etwas anderes als Gewalt erleben? Wo lerne ich alternatives Handeln? Wo können Kinder lernen, die Welt nicht nur in gut oder böse einzuteilen? Das Bedürfnis nach authentischen Menschen, die Gegenentwürfe leben, ist im Südsudan stark. Frieden kommt nicht von außen: Menschen, die alternatives Handeln vorleben, müssen vor allem Südsudanesinnen und Südsudanesen sein. Wir stehen ihnen zur Seite und unterstützen sie mit unserem Wissen.

Rektor der Universität Juba im Gespräch.

Wie sieht diese Arbeit in der Praxis konkret aus?

In der Praxis arbeiten unsere Partner in den Pfarreien an ganz konkreten Konflikten. Ein Beispiel ist Streit um Weideflächen für Rinder. Die Tiere werden von Viehhirten immer öfter auf die bestellten Felder der Bäuerinnen und Bauern getrieben. Das schürt Konflikte, die oft rücksichtslos mit Waffengewalt beendet werden. Viele Viehhirten und Bauern sind mit Kalaschnikows bewaffnet und kennen keine anderen Handlungsmöglichkeiten als Gewalt. Hier setzt die Friedensarbeit mit alternativen Lösungsstrategien an. All dies trägt dazu bei, dass Menschen in ihrer Heimat friedlich leben können.

Die Menschen im Südsudan wollen Frieden.

Wie wird der Zivile Friedensdienst vor Ort aktiv?

Im Juli reist eine Koordinatorin aus, die an der katholischen Universität in Juba arbeiten wird. Insgesamt wurden von südsudanesischer Seite sechs ZFD-Fachkräfte angefragt, die wir alle entsenden werden. Eine Fachkraft wird Bischof Taban in Kuron unterstützen. Konkret geht es dort um konstruktive Konfliktlösung zwischen verfeindeten Ethnien, um den Aufbau eines Frühwarnsystems für Racheakte und um theaterpädagogische Projekte. Damit haben wir in Kolumbien sehr gute Erfahrungen gemacht. Weitere Fachkräfte unterstützen die Arbeit der „Peace and Justice Commission“ zum Beispiel bei der Traumaarbeit mit Frauen, die Opfer von Gewalt wurden.

Michael Steeb im Gespräch mit Partnern des ZFD.

Kapitel 2

Fluchtwege

Flucht und Leid gehen Hand in Hand: Auf der Flucht und in Migration verlieren Menschen oft alles: ihre Familie, ihr Hab und Gut, ihre Sicherheit und oft auch ihre Würde. Viele Flüchtende werden beraubt, schikaniert, sexuell ausgebeutet und missbraucht. Sie sind anderen Menschen schutzlos ausgeliefert und auf Hilfe angewiesen. Der Notausgang Flucht führt in eine unsichere Zukunft.

Aber auch Menschen, die Flüchtenden helfen, sind manchmal in Gefahr. Deswegen unterstützen ZFD-Fachkräfte Initiativen, die Menschen auf ihrem schwierigen Weg stärken. In Mexiko setzen sich Menschenrechtsorganisationen beispielsweise für die Rechte von Migrantinnen und Migranten ein. Sie werden vom ZFD bei ihrer Arbeit begleitet.

Mexiko

Herausforderung

Bedrohung und Einschüchterung.

Was macht der ZFD?

Öffentlichkeit schaffen, Menschenrechte schützen.

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Essensausgabe in der Casa del Migrante Saltillo.

Kontext

Die Menschenrechtslage in Mexiko ist prekär. Seitdem der ehemalige Präsident Felipe Calderón den Drogenkartellen vor zehn Jahren den Krieg erklärte, versinkt das Land in einem Strudel der Gewalt. Mehr als 50.000 Menschen haben in Folge dieses „Krieges“ ihr Leben verloren. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, auch in der Strafjustiz. Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger leben gefährlich. Sie werden bedroht, illegal verhaftet, gefoltert und ermordet. Viele verschwinden spurlos.

Besonders schutzlos sind Migrantinnen und Migranten, die Mexiko ohne Dokumente durchqueren, um in die USA zu gelangen. Schätzungsweise 400.000 Menschen aus Zentralamerika wagen diese Route jährlich. Sie entfliehen dem Elend in ihrer Heimat und hoffen auf ein besseres Leben in den USA. Viele kommen nie an. Auf ihrem schwierigen Weg sind sie Angriffen und Gewalt schutzlos ausgeliefert. In so genannten „Migrantenherbergen“ erhalten sie jedoch humanitäre Hilfe, psychologischen und juristischen Rat. Die Teams der Herbergen setzen sich für die Rechte der Migrantinnen und Migranten ein. Dafür werden sie oft selbst bedroht.

Casa del Migrante Saltillo

Saltillo ist eine Stadt in Nordmexiko im Bundesstaat Coahuila. In der „Casa del Migrante Saltillo“ werden Menschenleben und Menschenrechte geschützt. Die Herberge unterstützt Migrantinnen und Migranten aus Zentralamerika, die Mexiko schutzlos durchqueren. Sie wurde aus der Taufe gehoben, als vor rund zehn Jahren zwei Teenager in der Stadt auf offener Straße zu Tode gesteinigt wurden.

Alberto Xicotencátl - Leiter der Casa del Migrante Saltillo

Das Team der Herberge hilft Menschen, die aus dem Elend ihrer Heimat geflohen sind: es versorgt sie medizinisch, hygienisch und psychologisch. Die Herberge bietet ihnen drei Mahlzeiten am Tag. Etwa 7.000 Menschen nutzen diese Hilfe jährlich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten auch Rechtsbeistand, dokumentieren Menschenrechtsverletzungen und setzen sich öffentlich für die Anliegen der Migrantinnen und Migranten ein. Dabei geraten sie selbst ins Kreuzfeuer. Menschenrechtsarbeit in Mexiko ist eine gefährliche Aufgabe. Im Video beschreibt Alberto Xicotencátl die Arbeit der „Casa del Migrante Saltillo“ und das persönliche Risiko, das damit verbunden ist.

Albergue Hermanos en el Camino

Bedroht und attackiert: Alberto Donis ist Menschenrechtsverteidiger in Mexiko – ein lebensgefährlicher Job. Bei seiner riskanten Arbeit in der „Albergue Hermanos en el Camino“ in Ixtepec hilft ihm die internationale Aufmerksamkeit, die durch die Unterstützung des ZFD und anderer Organisationen erzeugt wird. Im Video erzählt er seine Geschichte: wie er als Migrant nach Mexiko kam, und warum er sich trotz des hohen persönlichen Risikos als Menschenrechtsverteidiger engagiert.

Was tut der ZFD?

Auf der Flucht und in Migration sind Menschen in einer dramatischen Situation: sie sind schutzlos, verletzlich und auf die Hilfe anderer angewiesen. Häufig werden sie Opfer extremer Gewalt. In Mexikos Bundesstaaten Oaxaca und Coahuila lindern ZFD-Fachkräfte und ihre Partner das Ausmaß des Leids, das Menschen auf ihrem Migrationsweg erfahren. Sie unterstützen die Menschen, die sich unter extremen Bedingungen für die Rechte der Migrantinnen und Migranten einsetzen und ihre Anliegen in die mexikanische und die internationale Öffentlichkeit tragen.

Die Arbeit dieser Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger ist lebensgefährlich.

Fachkräfte beobachten eine Menschenrechtsdemonstration.

Durch internationale Begleitung, durch Lobbyarbeit und Trainings können sie jedoch in relativer Sicherheit arbeiten. Allein die Präsenz internationaler Fachkräfte schützt sie. Sie werden zudem im Umgang mit der Bedrohung geschult. Fachkräfte des ZFD und ihre Partner ermutigen die Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger, trotz der Bedrohungen am Ball zu bleiben. Sie unterstützen sie dabei, sich mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten zu vernetzen und so stark zu werden, dass die Anwesenheit internationaler Fachkräfte in Zukunft nicht mehr nötig sein wird.

Kapitel 3

Zusammenleben fördern

Wer fliehen muss, kommt irgendwo an: in improvisierten Lagern, in überfüllten Städten oder in weit entfernten Ländern. Unter diesen Bedingungen fällt ein Neuanfang schwer, besonders wenn unterschiedlichste Menschen ohne Perspektive auf engem Raum verharren müssen. Auch das Zusammenleben zwischen Geflüchteten und Einheimischen verläuft nicht überall reibungslos. Es wird schwierig, wenn Konflikte eskalieren und zu Ablehnung und Gewalt führen.

Der Zivile Friedensdienst wirkt der Gewalt entgegen. ZFD-Fachkräfte helfen den Menschen dabei, in Dialog zu treten und Interessen auszubalancieren. So wird das Zusammenleben leichter. Im Libanon arbeiten Geflüchtete aus Syrien und Libanesinnen und Libanesen in einem Recycling-Projekt zusammen. In Ruanda erleichtern Medien- und Theaterprojekte das Zusammenleben von Geflüchteten und Einheimischen. Aus Berlin berichtet eine ehemalige ZFD-Fachkraft, wie sie ihre Erfahrungen aus dem ZFD in Bolivien in ihre Arbeit in einem deutschen Heim für Geflüchtete einbringen kann.

Libanon

Herausforderung

Ressourcenkonflikte.

Was macht der ZFD?

Integration und Zusammenleben fördern.

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ZFD-Fachkraft und Bevölkerung im Gespräch.

Kontext

Der Libanon beherbergt im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung weltweit die meisten Geflüchteten. 1,5 Millionen syrische Geflüchtete suchten seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Schutz. Das Gebiet West-Bekaa an der Grenze zu Syrien gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Hier haben die Gemeinden sehr viele syrische Geflüchtete aufgenommen.

In einigen Gemeinden hat sich die Bevölkerungszahl durch die Geflüchteten verdoppelt. Die Hilfsbereitschaft stellt die Kommunen vor große Herausforderungen: Es gibt zu wenig Wohnraum, Arbeitsplätze, Kitas und Schulen. Hinzu kommen Energie-, Wasser- und Abfallprobleme. Um zu überleben, arbeiten viele syrische Geflüchtete illegal und akzeptieren notgedrungen Löhne, die weit unter der üblichen Bezahlung liegen. Libanesinnen und Libanesen können auf diesem Niveau nicht konkurrieren. Das Klima ist angespannt: Vorurteile, Konflikte und Feindseligkeiten wachsen.

Früher war ich Stürmer

Baalbek ist eine Stadt im Libanon an der syrischen Grenze. Ursprünglich hatte sie 35.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es 80.000. 45.000 Menschen sind aus dem Nachbarland nach Baalbek geflohen. Die Stadt kommt an ihre Grenzen. Wohnraum, Arbeits-, Schul- und Kindergartenplätze sind knapp. Immer wieder mangelt es sogar an Wasser, Strom und Lebensmitteln. Die Situation ist angespannt und schürt Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten. Wie sieht das Leben unter diesen extremen Bedingungen aus? Wie können friedliche Wege des Zusammenlebens gefunden werden? Antworten darauf gibt die Multimediareportage „Früher war ich Stürmer“.

Dunja Shabshoul

Die Infrastruktur verkraftet das nicht. Der Strom fällt ständig aus. Auch das Wasser wird immer wieder abgestellt. Und dann muss ich sagen, dass ich mich manchmal ziemlich fremd in Baalbek fühle. Früher habe ich auf der Straße viele bekannte Gesichter gesehen. Wenn ich jetzt in die Stadt gehe oder ins Café, sind alle um mich herum fremd. Ich kenne niemanden.

Imad Hussein

Unser Haus wurde bombardiert. Wir konnten bei unserer Flucht nichts mitnehmen. Alles, was wir dort hatten, ist verbrannt. In Syrien hatte ich eine Bäckerei. Hier habe ich nichts. Es ist nicht leicht, hier Arbeit zu finden. Ich habe das Gefühl, dass wir hier Eindringlinge sind. Mein Sohn wird in der Schule manchmal beschimpft. Er wurde auch schon zusammen geschlagen. Wir können aber nicht zurück nach Syrien.

Alaa Al-Daif

Wir mussten unser Dorf in Syrien verlassen, weil es dort nicht mehr sicher war. Unser Haus wurde bombardiert. Unser Leben hier ist langweilig. In Syrien hatte ich viele Freunde. Ich würde gerne libanesische Freunde haben, mit ihnen Zeit verbringen, damit wir uns näher kommen. Und wenn Probleme auftreten, können wir sie gemeinsam lösen.

Aziza Shabshoul

Die Syrer nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Sie nehmen jede Arbeit an, zum Beispiel als Verkäufer in den Läden. Libanesische Ladenbesitzer entlassen einheimische Verkäufer und stellen Syrer ein, weil sie billiger sind. Sie arbeiten für 100.000 Libanesische Lira (etwa 50 Euro) im Monat. Niemand würde bei uns für so ein Gehalt arbeiten. Noch nicht mal richtige Schuhe bekommt man dafür.

Recyceln um des Friedens willen

Bar Elias ist eine Kleinstadt in der Bekaa, im Osten des Libanons. Sie liegt an der Hauptverbindungsstraße zum syrischen Grenzübergang Masnaa. Zur Grenze sind es ungefähr zwölf Kilometer. Am Horizont sind die schneebedeckten Gipfel des Antilibanongebirges zu erkennen. Am Ortseingang steht auf einem blauen Schild: Einwohnerzahl 50.000. Damit sind nur die Libanesinnen und Libanesen gemeint. In den letzten Jahren sind mindestens noch einmal so viele Syrerinnen und Syrer dazu gekommen. Die Stadt ist auf den großen Zuwachs nicht vorbereitet.

Es gibt Spannungen in der Bevölkerung und Ressentiments gegenüber den Zugezogenen. Durch ein gemeinsames Recycling-Projekt kommen die Menschen einander näher. Syrerinnen und Syrer, Libanesinnen und Libanesen arbeiten in diesem Projekt für das Gemeinwohl zusammen. Ein Projektteam hat die Bevölkerung des Stadtteils Jazeera mit speziellen Mülltonnen versorgt. Die Familien trennen ihren Abfall und sortieren Blech und Plastik aus, das anschließend verkauft wird. Aus dem Erlös wird ein Vorhaben finanziert, das die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels selbst planen.

Alaa Alzaibak

Syrerinnen und Syrer haben das Projekt mit Unterstützung des ZFD initiiert und Libanesinnen und Libanesen ins Boot geholt. Erst dann nahm das Projekt mit dem libanesisch-syrischen Namen „Zeder und Jasmin“ Fahrt auf. Einige Teammitglieder werden zu „Community Activists“ ausgebildet. Die Gemeindearbeiterinnen und -arbeiter lernen, Konflikte zu analysieren und Projekte zu planen. Mit Fragebögen ermitteln sie die Anliegen der Bevölkerung. „Die Bedürfnisse der Syrer und Libanesen in Bar Elias ähneln sich sehr“, sagt Wafa Haddad, eine der Aktivistinnen, „An erster Stelle steht der Wunsch nach Arbeit und einer besseren Infrastruktur. Arbeitsplätze können wir zwar nicht schaffen. Wir haben uns aber dieses Projekt überlegt, weil es im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt.“

Mitarbeitende des Projekts bei der Verteilung von Mülltonnen.

Einige Wochen sind vergangen, seitdem die ersten Mülltonnen verteilt wurden. Die  „Community Activists“ besuchen die anderen Freiwilligen regelmäßig. Sie erkundigen sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, wie die Mülltrennung funktioniert. Mahmoud Junaid, Vertreter eines Camps für Geflüchtete im Stadtteil sagt: „Unser Stadtteil kann mit dieser Mülltrennung etwas Geld verdienen. Das motiviert zum Mitmachen“. Es gibt bereits erste Ideen, wie der Erlös verwendet werden könnte: Das Schulgebäude bräuchte einen neuen Anstrich und der öffentliche Wasserhahn könnte repariert werden. Eine Entscheidung fällt das syrisch-libanesische Komitee.

Einige Wochen später wird der Müll abgeholt.

Was tut der ZFD?

Fachkräfte des ZFD bieten Behörden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Geflüchteten Hilfe bei der Bewältigung der schwierigen Situation im Norden und Osten des Libanons an. Bisher arbeiten sie in fünf libanesischen Gemeinden in den Grenzregionen Nord-Bekaa und West-Bekaa mit lokalen Organisationen zusammen. Sie helfen dabei, Konflikte zwischen Geflüchteten und der libanesischen Bevölkerung zu schlichten. Aus allen beteiligten Gruppen bilden sie Gemeindearbeiterinnen und Gemeindearbeiter („Community Activists“) aus, die sich an dieser Aufgabe beteiligen.

Es werden Räume geschaffen, in denen Einheimische und syrische Geflüchtete ihre Ängste und die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen besprechen können. Gemeinsam identifizieren sie Verbesserungsmöglichkeiten. Darüber hinaus heben sie kleine Projekte aus der Taufe, von denen die gesamte Gemeinde profitiert. Ein Beispiel dafür ist das Reycling-Projekt „Zeder und Jasmin“.

Der ZFD und seine Partner unterstützen die syrische Geflüchtetengemeinschaft auch dabei, sich zu organisieren. So können sie leichter mit libanesischen Entscheidungsträgern in Kontakt treten und über die Verbesserung der Situation diskutieren.

Ruanda

Herausforderung

Ressourcenkonflikte, ethnische Spannungen.

Was macht der ZFD?

Gewalt verhindern, Zusammenleben fördern.

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Kontext

Ruanda ist seit Jahrzehnten Anlaufstelle für Geflüchtete, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo und aktuell aus Burundi. Die meisten Geflüchteten leben in UNHCR-Camps. 2015 waren es schätzungsweise 148.000 Menschen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. 50.000 Menschen leben schon seit den 1990er Jahren hier. Knapp 60 Prozent der Geflüchteten sind minderjährig. Angesichts der geringen Einwohnerzahl Ruandas von 11,4 Millionen prägen die Geflüchteten die Entwicklung der Gesellschaft stark.

Erhebliches Konfliktpotential bergen Feindseligkeiten zwischen zurückkehrenden Geflüchteten und Menschen, die das Land nicht verlassen haben. Camps von Geflüchteten, die auf Ackerland der lokalen Bevölkerung gegründet werden, feuern ohnehin bestehende Konflikte um Land und Ressourcen an.

Die folgenden Seiten führen in das Camp Kigeme. Unter den schwierigen Bedingungen des Zusammenlebens von Geflüchteten und Einheimischen arbeiten der ZFD und seine Partner daran, gemeinsam mit den Menschen gewaltfreie Wege aus Konflikten zu finden, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und Gewalt im Keim zu ersticken.

Theater für den Frieden

Das Camp Kigeme befindet sich im Nyamagabe-Distrikt im Süden Ruandas. Es liegt 150 Kilometer von der ruandischen Hauptstadt Kigali entfernt. Zur kongolesischen Grenze sind es 120 Kilometer. Kigeme wurde im Juni 2012 gegründet, um kongolesischen Bürgerkriegsgeflüchteten eine Unterkunft zu bieten. Heute leben hier mehr als 18.500 Geflüchtete aus dem Kongo.

Das Camp Kigeme.

Einer der Geflüchteten ist Mukombozi Nkusi Patrick. Er ist Mitglied eines Theaterprojekts, das die Jugendlichen im Camp stark beeinflusst. Die Theatergruppe wurde auf Initiative der ZFD-Partnerorganisation „Vision Jeunesse Nouvelle“ im September 2015 aus der Taufe gehoben. Bereits 50 Mitglieder zwischen 16 und 25 Jahren machen mit. „Über das Theaterspiel können wir unsere Botschaften vermitteln“, sagt Mukombozi Nkusi Patrick. „Wir treffen uns viermal pro Woche und arbeiten mit allen Themen, die zur Friedensförderung beitragen können.“ Die Theaterstücke werden aufgeführt, um dem Publikum Botschaften über Verständigung und friedliche Konfliktaustragung zu vermitteln.

Mukombozi Nkusi Patrick

„In den meisten Fällen kommen Jugendliche zu uns, die in Konflikte verstrickt sind. Einige der Jugendlichen im Camp und einige von außerhalb sind der Meinung, dass sie mit den jeweils anderen überhaupt nichts zu tun haben. Andere sehen eine Verbindung“, sagt Mukombozi. „Wir haben das Theater als gemeinsames Medium gefunden, um Beziehungen aufzubauen und Gewalt vorzubeugen.“ Die Theatergruppe setzt sich aus Jugendlichen zusammen, die in Kigeme und außerhalb davon leben. Ende Oktober führten sie drei Stücke auf: eines in Kigeme und zwei in den Schulen im Dorf.

Theateraufführung in Kigeme.

„Unser Ziel ist es, die Jugend zu vereinen, damit wir friedlich zusammen leben. Es spielt keine Rolle, welche Wurzeln jemand hat“, sagt Mukombozi. „Wir erreichen unser Ziel, wenn wir die Veränderungen im Verhalten vieler Jugendlicher sehen.“ Die Theatergruppe ist für alle offen. Einige Eltern verbieten ihren Kindern die Teilnahme aber. Mukombozi: „Sie sagen, wir seien unhöflich und hätten keine Kultur. Viele Eltern verstehen aber sehr gut, was wir tun. Ich hoffe, dass die anderen einfach ihre Meinung ändern werden.“

Das Theater weckt großes Interesse.

Immer mehr Jugendliche bereichern die Theatergruppe. Sie wird inzwischen sogar von Hilfsorganisationen mit Equipment unterstützt. Theaterpädagogik ist eine erfolgreiche Methode in der Friedensarbeit. Sie ermöglicht den Teilnehmenden, völlig neue Sichtweisen einzunehmen. Spielend lernen sie andere Perspektiven kennen, besonders wenn sie akute Konflikte aus ihrem Umfeld thematisieren. Dadurch verändern sich festgefahrene Wahrnehmungen und Einstellungen. Theater fördert Dialog und Verständigung – das sind wichtige Grundlagen für Gewaltprävention und Frieden.

Der Text basiert auf einem Artikel von Maria Ange Utuje, Rafiki Mureramanzi und Iribagiza, der in dem Magazin „Kigeme – Our home“ erschienen ist.

Theater fördert Dialog und Verständigung.

Was tut der ZFD?

In Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern beugt der ZFD in Ruanda Gewalt zwischen Geflüchteten und Einheimischen vor. Jugendliche lernen mit kreativen Methoden, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Konkrete Angebote, an denen die Jugendlichen teilnehmen können, sind beispielsweise Workshops zur konfliktsensiblen Berichterstattung. In einem dieser Workshops entstand die Camp-Zeitung „Kigeme – Our Home“. Außerdem gibt es Theater-, Sport- und Musikprojekte, die darauf abzielen, ein friedliches Zusammenleben unter schwierigen Bedingungen zu ermöglichen.

In Friedensclubs lernen Jugendliche Methoden ziviler Konfliktbearbeitung kennen und üben diese ein. Gemeinsam werden Konflikte analysiert und Feindbilder systematisch abgebaut. Dadurch fällt die Verständigung viel leichter und Gewalt hat keine Chance mehr. Besonders Frauen und Mädchen werden gestärkt, denn sie sind häufiger Opfer von (sexueller) Gewalt. Viele Menschen haben auf der Flucht Schlimmes erlebt und sind dadurch traumatisiert. Ihnen sollen psychotherapeutische Angebote helfen, zurück ins Leben zu finden. Die Arbeit richtet sich auch an religiöse Führungspersönlichkeiten und Vertreterinnen und Vertreter der Geflüchteten und Aufnahmegemeinden. Sie werden darin geschult, Konflikte gewaltfrei und in gegenseitigem Respekt auszutragen.

Freundschaft überwindet Grenzen

Rosette und Vestine besuchen die gleiche Schule. Beide sind aus ihrer Heimat geflohen. Vestine hat große Probleme, sich in Ruanda zurecht zu finden. In der Schule zieht sie sich zurück und meidet den Kontakt mit ihren Mitschülerinnen. Rosette wird auf das schweigsame Mädchen aufmerksam. Sie spricht sie an, obwohl Vestine arrogant wirkt. Schnell merkt Rosette, dass hinter der ablehnenden Fassade ein Mensch steckt, der in der fremden Umgebung ohne Hilfe nicht zurecht kommt.

Rosette und Vestine freunden sich an. Für die Probleme des Mädchens finden sich Lösungen. Der Film der ruandischen ZFD-Partnerorganisation „EJO Youth Echo“ gibt einen Einblick in die Situation im Camp Kigeme. Er wirbt dafür, dass Menschen einander helfen, auch wenn sie sich selbst in einer misslichen Lage befinden. Es handelt sich um authentisches, ungeschnittenes Filmmaterial aus Ruanda.

Deutschland

Herausforderung

Ressentiments, Kulturclash

Was macht der ZFD?

Konflikte regulieren, Zusammenleben fördern.

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Geflüchtete in Deutschland

Kontext

Im Jahr 2015 suchten rund eine Million Menschen in Deutschland Zuflucht. Das Land ist wirtschaftlich und strukturell gut aufgestellt, um die vielen Menschen aufzunehmen. Viele Deutsche sind hilfsbereit und unterstützen die Neuankömmlinge wo sie nur können. In Teilen der Bevölkerung herrschen aber auch Ressentiments gegenüber den Geflüchteten. Manche fürchten eine Konkurrenz auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt, andere haben Angst vor kulturellen Unterschieden. Die Unsicherheiten und Ängste schüren Vorurteile und Feindseligkeiten. Für die Geflüchteten ist die Situation noch schwieriger.

Sie mussten ihre Heimat verlassen und haben alles verloren. Viele Menschen sind durch schreckliche Erlebnisse auf der Flucht traumatisiert. Sie befinden sich nun in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht sprechen und dessen Kultur ihnen fremd ist. In überfüllten Unterkünften ist ihnen ein Leben in Würde kaum möglich. Oft kommt es in dieser angespannten Situation zu Konflikten – untereinander und zwischen Einheimischen und Geflüchteten.

Der ZFD wirkt hauptsächlich im Ausland. Dennoch profitieren wir auch in Deutschland von seinen Methoden. Die ehemalige ZFD-Fachkraft Susan Hermenau leitete zwei Jahre lang ein Geflüchtetenheim in Berlin. Wie hat sie ihre Erfahrungen aus der Konfliktbearbeitung in Bolivien hierzulande eingebracht?

„Enorme Konfliktpotentiale“

Susan Hermenau war von 2011 bis 2012 in der bolivianischen Stadt El Alto für den ZFD tätig. Dort setzte sie sich mit indigenen Aymara- und Quechua-Frauen für mehr Gleichberechtigung in der Politik ein. Nach ihrer Rückkehr leitete sie zwei Jahre eine Unterkunft für Geflüchtete im Berliner Stadtteil Pankow. Wir wollten wissen, wie die Soziologin ihre Erfahrungen aus dem ZFD bei dieser Arbeit nutzte.

Susan Hermenau in einer Unterkunft für Geflüchtete.

Frau Hermenau, mit welchem Konfliktkontext hatten Sie in Bolivien zu tun und wie sahen Ihre Arbeitsmethoden aus?

El Alto ist eine indigene und rebellische Stadt. Sie hat sich durch Protest und Eigensinn gegen Vereinnahmung gewehrt und ist stolz darauf, sich selbst zu verwalten. In den Nachbarschaftsräten der Stadt sitzen meist nur Männer, Frauen spielen oft eine untergeordnete Rolle. Die ZFD-Fachkraft Susanne Acebey und ich haben mit indigenen Frauen Seminare erarbeitet, in denen wir politische Teilhabe und zivile Konfliktlösungsmechanismen ausprobierten. Es war zunächst wichtig, den Frauen zuzuhören. Und es war schnell klar, dass wir mit den Männern, nicht gegen sie, arbeiten sollten.

Gewaltfreie Kommunikation funktioniert auch in Deutschland.

Sie haben zwei Jahre eine Unterkunft für Geflüchtete in Berlin geleitet. Mit welcher Art von Konflikten hatten Sie es dort zu tun?

Im Geflüchtetenheim sind die Konfliktpotenziale enorm, weil Missverständnisse einen fruchtbaren Nährboden haben und die Nerven blank liegen. Dabei verläuft die Linie zunächst zwischen den Sprachen und den Herkunftsländern, bald jedoch zwischen den Bedürfnissen: Eltern und Singles streiten um laute Musik und ebenso lautes Kinderschreien. Anerkannte Geflüchtete und solche, denen die Abschiebung droht, beäugen sich hämisch oder neidvoll. Das Konstrukt „Normalität“ wird hier täglich in Frage gestellt, weil Hunderte Menschen aus mehr als 20 Herkunftsländern von der städtischen Oberschicht bis zur analphabetischen Landbevölkerung eine jeweils eigene Vorstellung davon haben, was „normal“ ist. Damit es nicht eskaliert, müssen wir eine neue Kultur des Umgangs mit Konflikten erfinden. Das ist eine große Herausforderung.

Man würde meinen, es gäbe verstärkt religiöse oder kulturelle Konflikte unter Geflüchteten. Ich erlebe jedoch nur, dass die Andersartigkeit des vermeintlichen Gegners als Erklärung für einen Konflikt herhalten muss, obwohl es sich im Grunde fast immer um verletzte Gefühle handelt, die einem Streit zugrunde liegen: Neid, Missgunst, Angst, schlechtes Gewissen, Stolz, Verzweiflung, Hilflosigkeit. Hinzu kommen Verständigungsprobleme und die Tatsache, dass die Konfliktlösungsstrategien aus dem eigenen afghanischen Dorf in einem Berliner Geflüchtetenheim nichts mehr taugen, weil sie niemand versteht.

Außerdem tragen die Unsicherheit über die Zukunft, die viele Freizeit und die beengten Wohnverhältnisse dazu bei, schnell in Streit zu geraten. Verletzter Stolz spielt eine große Rolle, sicher auch deswegen, weil viele Geflüchtete in ihrer Heimat angesehene Bürgerinnen und Bürger waren, die neben ihrem Hab und Gut auch ihr Prestige verloren haben. Hier in Deutschland fühlen sie sich schnell entmündigt oder herabgesetzt, auch wenn das nicht gewollt ist. Vor allem, wenn ihnen eine Frau die Regeln diktiert. Mein Team und ich versuchen, all das zu berücksichtigen und die wahren Gründe eines Konflikts herauszufinden, um den Menschen zu geben, was sie brauchen.

„In Deutschland legen wir Wert darauf, dass man sich nicht anbrüllt.“

Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion leben in den Unterkünften auf engem Raum zusammen. Das scheint ein hohes Konfliktpotenzial zu bergen. Wie wenden Sie die im ZFD erworbenen Kenntnisse bei der Bewältigung der Konflikte an?

Die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation, die ich während meiner Arbeit für den ZFD in Bolivien angewendet habe, funktionieren auch in Deutschland. Wenn ich Streits schlichten soll, versuche ich mich nicht von Fakten wie Herkunft, Geschichte und Religion leiten zu lassen, sondern konzentriere mich auf die Individuen. Ich bemühe mich um größtmögliche Neutralität und versuche, beiden Seiten das Gefühl zu geben, sie zu vertreten. Ich sende Ich-Botschaften, vermeide Vorwürfe oder Angriffe, thematisiere meine Gefühle und frage nach den Gefühlen der anderen.

Ich beschreibe das Gesagte und füge die eigentliche Bedeutung bei, um die Streithähne miteinander zu versöhnen. Aus „Du bist ein mieses Arschloch“ wird zum Beispiel: „Ahmed möchte sagen, dass er wütend ist und sich gedemütigt fühlt, deshalb will er dich auch demütigen, um dich zu strafen.“ So kommt man Schritt für Schritt weiter.

Ich bin mir darüber bewusst, dass das Gesagte aus dem Mund einer Person etwas ganz anderes bedeuten kann als die Nachricht, die bei mir ankommt. Worte sind aufgeladen mit unsichtbaren Geschichten, die man nicht alle kennen kann. Dieses Wissen, dass es einen Sender und einen Empfänger von Informationen gibt - zwischendrin aber reichlich in den Köpfen und Herzen passiert, das Chaos stiftet - versuche ich weiter zu geben.

Susan Hermenau bei der Arbeit.

Müssen auch wir neue Muster lernen, damit das Zusammenleben gut funktioniert?

Nicht viele Menschen wissen etwas mit dem Begriff „Empathie“ anzufangen, die meisten haben Angst vor Konflikten und versuchen es mit großem Gebrüll oder großem Schweigen. Wie man mit Konflikten umgeht, ist eine Frage der Kultur und vielleicht auch des Charakters. In Deutschland legen wir Wert darauf, dass man sich nicht anbrüllt und es „vernünftig“ zugeht. Die Idealvorstellung ist ein ruhiges Gespräch, bei dem jemand Protokoll führt und Regeln vereinbart werden, die man nachlesen und unterschreiben kann.

Wir haben eben gern die Kontrolle. Emotionalität macht uns Angst, und wir schrecken vor ihr zurück, weil wir sie nicht gut kontrollieren können. Ich bin aber der Meinung, dass man das Rationale und das Irrationale gleichsam berücksichtigen muss. Wut, Tränen, Angst, Panik lassen sich nicht wegrationalisieren, sie brauchen ihren Raum. Wir sollten entspannter miteinander umgehen, nicht gleich immer alles bewerten. Vielleicht auch mal laut loslachen, wenn sich jemand besonders merkwürdig aufführt. Gemeinsam über sich selbst lachen bewirkt Wunder. Wir müssen neue Räume des Ausdrucks schaffen und wirklich voneinander lernen, nicht übereinander.

Kapitel 4

Rückkehr erleichtern

Wer in die Heimat zurückkehrt wird konfrontiert mit ehemaligen Täterinnen und Tätern, mit zerstörten und besetzten Häusern und oft mit Ressentiments der Daheimgebliebenen. Rückkehrende Geflüchtete sind häufig traumatisiert und benötigen Hilfe, um ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen. Mancherorts treten Konflikte auf, weil Land in der Zwischenzeit von anderen besetzt wurde. Versöhnungsinitiativen und juristische Prozesse nach Kriegsverbrechen fehlen.

Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes unterstützen ihre Partner dabei, die gewalttätige Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie schaffen Foren für Dialog und Versöhnung, damit ein friedliches Zusammenleben nach Gewalt- und Fluchterlebnissen wieder möglich wird. Im Senegal werden beispielsweise Frauen gestärkt, die Geflüchteten einen Neuanfang in ihrer Heimat ermöglichen. In Burundi regeln Friedenskomitees Konflikte, die bei der Rückkehr von Geflüchteten entstehen. In Kenia erhalten Binnengeflüchtete Hilfe.

Senegal

Herausforderung

Landkonflikte, Rückkehr, Versöhnung.

Was macht der ZFD?

Rückkehr ermöglichen, Reintegration fördern.

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Geflüchtete Familie im Senegal.

Kontext

Seit 1982 leiden die Menschen im Süden Senegals unter erbitterten, blutigen Kämpfen um die Unabhängigkeit der Region Casamance. Die Auseinandersetzung zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Unabhängigkeitsbewegung MFDC gilt als einer der ältesten ungelösten Konflikte Afrikas. Immer wieder kommt es in den Dörfern zu Überfällen von Rebellengruppen auf die Armee und auf die Bevölkerung. Mehr als 60.000 Menschen sind vor der Gewalt geflohen oder wurden vertrieben.

Allein Gambia und Guinea-Bissau nahmen rund 10.000 Geflüchtete auf. Wenn sie nach langer Zeit in den Senegal zurückkehren, kommt es häufig zu Landkonflikten. Bebaubares Land ist knapp, denn tausende Landminen liegen immer noch in der Erde. Hunderte Dörfer mussten deswegen aufgegeben werden. Die Minenräumarbeiten liegen seit 2013 auf Eis, weil Regierung und Unabhängigkeitsbewegung sich nicht darüber einigen konnten. Die ständige Gefahr durch Landminen und anhaltende Angriffe hinterlassen tiefe Spuren bei den Menschen. In dieser Situation unterstützt der ZFD rückkehrende Geflüchtete bei ihrer Reintegration in die Gemeinschaft.

Musik für Frieden und Gerechtigkeit

Warum Menschen aus der Casamance fliehen und wieder zurückkehren, besingen Frauen aus dem Dorf Kaguit. Kaguit wurde früher sehr oft angegriffen und war stark vermint. Viele Familien flohen nach Guinea-Bissau. Im Nachbarland war die Situation schwierig für sie, die Zukunft perspektivlos. Nach der Entminung ihres Dorfes kehrten sie trotz des Risikos weiterer Kämpfe zurück. Das Musikvideo läuft regelmäßig im senegalesischen Fernsehen. Es wurde auch in Guinea und Gambia verbreitet. Der Clip will die Bevölkerung auf die Probleme der Menschen in der Casamance aufmerksam machen. Er soll ihre Solidarität und ihr Engagement für Frieden wecken.

Friedenkomitees in der Casamance

Voraussetzung für einen stabilen Frieden sind Dialog und Versöhnung. Aber die Angst sitzt auf allen Seiten tief. Sie verhindert, dass Menschen offen aufeinander zugehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Fachkräfte des ZFD und ihre Partnerorganisationen ermutigen die Menschen, ihre Sorgen zum Ausdruck zu bringen. Bei Veranstaltungen in den Dörfern mit partizipativen Methoden wie Forum-Theater und Volksuniversitäten können sie ihre Probleme in angstfreier Atmosphäre äußern und selbst nach Lösungswegen suchen.

In der Casamance gründeten Einwohnerinnen und Einwohner mit Unterstützung des ZFD Friedenkomitees. Ihre Aufgabe besteht darin, Konflikte gewaltfrei zu regeln. In den Komitees werden beispielsweise Streitigkeiten um Landrechte zwischen rückkehrenden Geflüchteten und anderen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern verhandelt. Es wird dort auch besprochen, ob und wie ehemalige Guerillakämpfer wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden können.

Die ZFD-Partnerorganisation USOFORAL (Sprache der Diola: „Tun wir uns zusammen“) begleitet die Menschen auf dem schwierigen Weg der Versöhnungs- und Friedensarbeit. USOFORAL unterstützt insbesondere geflüchtete Frauen bei der Rückkehr in ihre Heimat. Die Organisation berät sie intensiv, vor allem bei der Ankunft in ihren ehemaligen Dörfern und in der Zeit des Wiederaufbaus.

In der Casamance spielen Frauen eine besondere Rolle im Friedensprozess. Sie bringen Stabilität in die Gesellschaft.

Frauen spielen eine besondere Rolle im Friedensprozess.

Bei einem Treffen in der Region Oulampan/Sindian berichten Frauen über ihre Erfahrungen. Sie verließen ihre Dörfer aufgrund der bewaffneten Kämpfe zwischen Rebellen- und Regierungstruppen und lebten zwei Jahre in einem Geflüchtetencamp in Gambia. Wegen der schwierigen Lebensumstände im Camp kehrten sie in den Senegal zurück. Wie kam es dazu?

Unterstützung vom Staat erhalten die Rückkehrerinnen und Rückkehrer kaum.

„Wir bekamen im Camp Besuch von der Rückkehrer-Kommission des Friedenskomitees“, erzählt eine der Frauen „Sie haben uns über die aktuelle Sicherheitslage aufgeklärt und berichtet, dass unsere Dörfer inzwischen in einer kampffreien Zone liegen. Allerdings waren einige Verbindungswege noch nicht von Landminen befreit.“

Landminen sind nach wie vor ein großes Problem. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen Menschen sterben oder schwer verletzt werden. Teile der Casamance sind mit dem Auto nicht erreichbar, weil das Gelände vermint ist. Der Besuch des Komitees ermutigte die Frauen dennoch. Sie beschlossen, trotz der Minengefahren nach Hause zurück zu kehren.

Wir haben gelernt, solidarische Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

„Wir leben unter schwierigen Umständen. Unsere Häuser waren zerstört, und wir mussten sie notdürftig wieder herrichten. Die Schule ist eine provisorische Strohhütte,“ sagt eine der Rückkehrerinnen. „Wegen der Minen können viele Straßen nicht mit dem Auto befahren werden. Wir haben keine Läden, da diese nicht beliefert werden können. Wir müssen in Gambia einkaufen. Es gibt auch keine Kranken- oder Geburtsstation. Dafür müssen wir 28 Kilometer mit dem Motorrad-Taxi fahren. Selbst unsere Toten müssen wir zwischen zwei Menschen auf dem Motorrad transportieren.“

Unterstützung vom Staat erhalten die Rückkehrerinnen und Rückkehrer der Casamance kaum. Wie viele Grenzdörfer sind sie nicht einmal an das heimische Telefonnetz angeschlossen. „Wir können nicht einmal mit dem Rest des Landes kommunizieren. Wir fühlen uns als Senegalesinnen. Aber wir haben das Gefühl, dass der Staat uns nicht anerkennt, da er nichts für uns tut. Senegal hat uns vergessen.“

Was tut der ZFD?

Die Rückkehrerinnen sind auf die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen wie USOFORAL angewiesen, die von Fachkräften des ZFD unterstützt wird. Gemeinsam setzen sie sich für die Nöte der Rückkehrerinnen ein und versorgen sie für den Neustart auch mit Saatgut, Baumaterialien und Vieh.

„Damit unser Zusammenleben unter den schwierigen Bedingungen friedlich bleibt, erhielten wir Schulungen in gewaltfreier Kommunikation und friedlicher Konfliktlösung“, erklärt eine der Frauen. „In jedem Dorf haben wir eine Friedensgruppe gegründet, die präventiv und bei akuten Konflikten tätig wird. Das ist für uns sehr wichtig, denn alle Ressourcen sind knapp. Das führt häufig zu Konflikten.“

„Es gibt zu wenig bebaubares Land wegen der Minen und der Nähe zu den Rebellencamps“, bestätigt eine andere Frau. „Dank der Schulungen haben wir gelernt, friedlich und solidarisch Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Jede und jeder ist sich nun bewusst, dass sie oder er zum Wohl der Gemeinschaft beitragen muss – aber auch, dass jede und jeder einen Platz in der Gemeinschaft hat.“

„Sie haben uns den Mut gegeben, überhaupt zurück zu kehren und uns am Aufbau eines friedlichen Senegals zu beteiligen“, resümiert eine der Rückkehrerinnen. „Es gibt nichts Besseres als ein eigenes Zuhause. Auch mittelllos geht es uns hier besser als in der Fremde.“

Burundi

Herausforderung

Landkonflikte, Rückkehr, Versöhnung.

Was macht der ZFD?

Rückkehr ermöglichen, Reintegration fördern.

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Versöhnungsprozess in der lokalen Gemeinschaft.

Kontext

Burundi ist seit seiner Unabhängigkeit von gewaltsamen Konflikten gezeichnet. Ursachen sind die politische Instabilität im Land und die Gewalt in den Nachbarstaaten. Flucht und Vertreibung in und nach Burundi verstärken gesellschaftliche Konflikte und schüren ethnische Feindbilder. Burundi ist dicht besiedelt. Land und natürliche Ressourcen sind knapp. Ende der 1990er Jahre waren etwa 1,3 Millionen Burundierinnen und Burundier intern vertrieben oder ins Ausland geflohen. Dazu kamen zehntausende Geflüchtete aus der Demokratischen Republik Kongo. Mit Beginn des Friedensprozesses 2001 kehrten viele Geflüchtete in ihre Heimat zurück. Konflikte um Land und Ressourcen sind eine Begleiterscheinung der Rückkehr.

In dieser Situation stärkt der Zivile Friedensdienst lokale Friedenskomitees. Sie bringen verfeindete Menschen zusammen und initiieren einen friedlichen Interessenausgleich. Oft geht es um Erlebnisse aus dem Bürgerkrieg oder um Ansprüche rückkehrender Geflüchteter, deren Land seit ihrer Flucht von anderen bewirtschaftet wurde.

Anfang 2015 stürzte Burundi erneut in eine tiefe Krise. Infolge der Gewaltausbrüche verließen hunderttausende Menschen das Land.

Friedenskomitees vermitteln bei Konflikten.

„Bei einem Landkonflikt im Süden des Landes, nahe der Grenze zu Tansania, ging es darum, dass ein Mann unbefugt das Land einer Familie nutzte, die aufgrund von Unruhen ins Nachbarland geflohen war. Als die Familie zurück kam, weigerte sich der Mann zunächst, das Land wieder frei zu geben. Das Friedenskomitee verhandelte den Fall. Es vermittelte öffentlich zwischen den Konfliktparteien. Der Mann erklärte sich schließlich bereit, das Land um des Friedens willen zurück zu geben.

Nachdem er gesprochen hatte, stand ein anderer Mann spontan auf. Er war beeindruckt von dem Vorgang und kündigte an, dass er nun ebenfalls unrechtmäßig genutzte Parzellen an rückkehrende Geflüchtete zurück geben werde.“

Emmanuel Nibayubahe von der ZFD-Partnerorganisation MI-PAREC über die Arbeit der Friedenskomitees in Burundi.

Das Prinzip Gerechtigkeit

Herr Nibayubahe, wie sehen die Friedenskomitees in Burundi aus?

Ein Friedenskomitee besteht aus durchschnittlich zwölf Mitgliedern, die alle persönlich von den Folgen des burundischen Bürgerkriegs betroffen sind. Das sind zum Beispiel rückkehrende Bürgerkriegsgeflüchtete oder ehemalige Militärs. Die Mitglieder der Komitees werden in gewaltfreier Konfliktbearbeitung und Verhandlungs- und Mediationstechnik geschult. Sie erwerben auch Grundwissen in Rechtsfragen, wie Familien- und Grundstücksrecht und Bürger- und Menschenrechte.

Nach der Ausbildung vermitteln die Mitglieder der Friedenskomitees eigenständig zwischen Konfliktgruppen. Sie begleiten Versöhnungsprozesse langfristig. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt außerdem auf dem Umgang mit traumatisierten Menschen. Bedeutsame lokale Führungspersönlichkeiten werden in Traumaarbeit aus- und fortgebildet. Traumatisierte Menschen werden von den Friedenskomitees betreut. Durch unsere Aktivitäten haben sich bis jetzt in zwölf Kommunen des Landes Friedenskomitees gebildet.

Wie funktioniert die Versöhnungsarbeit der Friedenskomitees?

Es geht darum, eine intakte Gemeinschaft zu erhalten oder diese wieder herzustellen. Wir folgen dabei dem in der Friedensarbeit entstandenen Ansatz der so genannten „wiederherstellenden Gerechtigkeit“. In einem ersten Schritt bringen Mitglieder der Friedenskomitees Opfer und Täter zusammen. Sie sollen einander die Wahrheit sagen. Damit beginnt die Wiederannäherung und gleichzeitig eine konstruktive Beilegung von Konflikten aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Gemeinschaft beobachtet, ob sich der Täter verändert hat, ob er tatsächlich bereut und sich heute anders verhält als früher.

Verfeindete Menschen zusammenbringen und Gespräche initiieren.

Bittet der Täter im Laufe dieses Prozesses um Verzeihung, kann das Opfer annehmen. Damit erlischt das Recht auf Rache. Wenn das Opfer nicht verzeiht, werden Regeln für ein nachbarschaftliches Zusammenleben vereinbart. Oft einigen sich Täter und Opfer auch auf Reparationsleistungen. Zur Stärkung der Gemeinschaft werden außerdem Spargruppen organisiert, gemeinsame Feldarbeit und speziell für Jugendliche kulturelle Veranstaltungen mit Tänzen, Spielen und Theateraufführungen. Zusätzlich gibt es Hilfen für besonders verwundbare Gruppen. Es werden beispielsweise Häuser für rückkehrende Geflüchtete gebaut.

Emmanuel Nibayubahe

Ist Ihnen ein Fall gelungener Versöhnungs- und Mediationsverfahren besonders in Erinnerung geblieben?

Ja, neben dem eingangs genannten Fall des Landkonflikts in der Provinz Nyanza Lac fällt mir noch etwas ein: In der Provinz Gitega hatte ein Mann im Bürgerkrieg die Kinder seiner Nachbarin getötet. Sie war Witwe. Im Rahmen des Versöhnungsprozesses akzeptierte die Witwe das Angebot ihres Nachbarn, sich ihrer als „Sohn“ nun sein restliches Leben lang anzunehmen. Sie hatte sonst niemanden mehr, der sich um sie kümmern konnte.

Mit Emmanuel Nibayubahe sprach Matthias Hoffmeister, ZFD-Fachkraft in Burundi.

Kenia

Herausforderung

Binnenflucht, ethnische Spannungen.

Was macht der ZFD?

Dialog fördern, Rückkehr erleichtern.

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Improvisierte Unterkünfte.

Kontext

Interne Vertreibungen reichen in Kenia bis in die Kolonialzeit zurück. Damals vertrieben europäische Siedler die lokale Bevölkerung, um selber sesshaft zu werden. Bis heute dient die so veränderte  Landkarte als Begründung für Ansprüche bestimmter ethnischer Gruppen auf bestimmte Gebiete. Landkonflikte sind in Kenia ein großes Problem. In der jüngeren Geschichte sorgten vor allem die politischen Unruhen 2007 dafür, dass mehr als 600.000 Menschen innerhalb Kenias vor der Gewalt fliehen mussten.

In den letzten Jahren setzte die Regierung Umsiedlungs- und Kompensationsprogramme um, die jedoch die Bedürfnisse der Aufnahmegemeinden und der „integrierten Binnengeflüchteten“ (Geflüchtete, die nie in Lagern gelebt haben und damit offiziell nie als Geflüchtete anerkannt wurden) außer Acht lassen. Das schürt Rivalität, Feindseligkeiten und Konflikte zwischen allen Beteiligten. In dieser Situation fördern Fachkräfte des ZFD den Dialog zwischen den beteiligten Gruppen, um das Zusammenleben zu erleichtern.

Esther Namulanda Njeri, Repräsentantin der Binnengeflüchteten aus Naivasha.

„Die Lebensgrundlagen der Binnengeflüchteten konnten seit deren Vertreibung nicht wieder hergestellt werden. Sie haben von der Regierung bis heute keine Kompensation erhalten. Viele leben in Armut, und viele Kinder können nicht zur Schule gehen, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können.

Viele der Geflüchteten besitzen das Land nicht, auf dem sie leben. Sie haben Angst vor weiterer Vertreibung, weil sie keine Besitzurkunden erhalten haben. Bis heute sind die Beziehungen zwischen der Aufnahmegemeinde und uns Geflüchteten angespannt."

Joseph Mwaura, Repräsentant der Binnengeflüchteten aus Eldoret.

„Integrierte Binnengeflüchtete müssen sich durchkämpfen. 80 Prozent von ihnen waren früher selbstständig und kommen nicht mehr auf die Füße, weil sie keine Unterstützung erhalten. Die gesamte Aufmerksamkeit liegt bei der Wiederansiedlung der Geflüchteten, die in Lagern gelebt haben. Wir werden dabei nicht berücksichtigt. Staatliche Stellen, wie das National Consultive Coordination Commitee, arbeiten eng mit anerkannten Binnengeflüchteten zusammen - aber nicht mit uns.

Für mich ist es sehr schwer zu sagen, wie sich meine Aufnahmegemeinde fühlt. Es sind allgemein sehr verschlossene Menschen. Es ist schwer zu sagen, was sie denken. Bis jetzt hatten wir einen ruhigen Umgang miteinander. Aber die Angst ist immer noch da. Die Leute wissen nicht, was morgen ist."

Francis Onyino aus der Aufnahmegemeinde in Banita.

„Vor Beginn des ZFD-Projektes standen die Dinge nicht gut. Einheimische und Geflüchtete lebten zusammen, aber sie redeten nicht miteinander. Die Stimmung war feindselig. Heute sind sie miteinander im Gespräch. Sie schaffen es sogar, nach außen mit einer Stimme zu sprechen. Sie diskutieren ihre Probleme gemeinsam und versuchen Lösungen zu finden.

Seit Projektbeginn gibt es viele Fortschritte. Die Menschen arbeiten jetzt zusammen. Weil sie sich gemeinsam engagieren, haben sie es geschafft, das Thema Wasserknappheit in Majani Mingi in Angriff zu nehmen. Jetzt haben die Leute dort Zugang zu Wasser. Wenn ein Problem auftritt, wie zum Beispiel illegales Weiden, kommen alle zusammen und versuchen, das Problem zu lösen."

Was tut der ZFD?

Es ist wichtig, den Menschen eine Stimme zu geben. Zunächst wird analysiert, welche Themen für sie wichtig sind. Dann kann eine erste Annäherung stattfinden. Dies sind die ersten Schritte auf dem Weg zu Dialog und Versöhnung. Seit Mai 2015 gibt es in den Regionen Banita und Majani Mingi regelmäßige „Community Conversations“. Das sind Gesprächsrunden, die von trainierten Teams aus der Bevölkerung selbst organisiert werden.

Seither haben sich viele Gruppen formiert, in denen Gemeindemitglieder und Geflüchtete an gemeinsamen Themen arbeiten. Durch die eigenen Initiativen verringert sich das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht. Die Lebensumstände bleiben schwierig, aber die Menschen warten nicht mehr tatenlos darauf, dass ihnen der Staat hilft. Sie überlegen, wie sie ihre Probleme selbst angehen können. Das aktive Handeln hilft vielen Menschen aus ihrer Apathie heraus.

Versöhnung während einer „Community Conversation"

Der ZFD unterstützt die Organisation Kituo Cha Sheria bei der Arbeit mit den integrierten Binnengeflüchteten, die in einer besonders schwierigen Situation stecken. Bis heute sind sie von den Hilfsprogrammen der Regierung ausgeschlossen, weil sie nie als Geflüchtete anerkannt wurden. In Trauma-Workshops entwickeln sie Strategien, die ihnen helfen, mit ihrer gewalttätigen Vertreibung, der Benachteiligung und der unsicheren Zukunft besser umzugehen.

Die Organisation IDPAC (Internal Displacement Policy und Advocacy Centre)  kümmert sich um die Interessenvertretung der Binnengeflüchteten gegenüber der Regierung. Die Mitarbeitenden klären über die Situation der Geflüchteten und das Binnengeflüchtetengesetz auf. Das untermauert die Legitimität ihrer Forderungen. Die Inhalte des Gesetzes kennen meist weder die Bevölkerung noch die lokalen Regierungen. 

IDPAC bringt Vertreterinnen und Vertreter der Geflüchteten mit regionalen Regierungen zusammen. Die Geflüchteten werden gut auf diese Treffen vorbereitet, damit sie ihre Anliegen erfolgreich vorbringen können. Vertreterinnen und Vertreter der Geflüchteten und der Aufnahmegemeinde haben ihre Forderungen in einem gemeinsamen Brief an die Regierung formuliert. Sie wollen ein Ende der Auseinandersetzungen.

Kapitel 5

Was können Sie tun?

Zivile Konfliktbearbeitung setzt auf langfristige Lösungen, die allen Beteiligten Perspektiven für die Zukunft bieten. In Bezug auf Flucht und Migration ist sie eine wirkungsvolle Alternative zu Abschottung und sicherheitspolitischen Maßnahmen – für die Gesellschaften in den Partnerländern und für unsere Gesellschaft.

Wir vom Zivilen Friedensdienst unterstützen Menschen dabei, friedliche Auswege aus Konflikten zu finden. Gemeinsam beugen wir Gewalt vor, damit Menschen nicht gezwungen sind, sich auf den unsicheren und gefährlichen Weg in Flucht und Migration zu begeben. Wenn Menschen dennoch fliehen müssen, unterstützen wir alle Beteiligten mit gewaltfreien und zivilen Mitteln: ZFD-Fachkräfte und ihre Partner leisten psychosoziale Hilfe, schützen Menschenrechte, fördern das friedliche Zusammenleben zwischen Geflüchteten und einheimischer Bevölkerung und unterstützen Menschen, die in ihre Heimat zurück kehren möchten.

Wir beugen Gewalt vor, statt damit zu antworten. Das ist unser Beitrag zu einer friedlicheren Welt.

Was können Sie tun?

Zivile Konfliktbearbeitung muss künftig stärker politisch und finanziell gefördert werden. Nur so erreichen wir einen Frieden, der langfristig hält.

Unterstützen Sie uns, indem Sie sich für die Arbeit des ZFD stark machen:

Informieren Sie sich und andere über den ZFD.

Fordern Sie von Politikerinnen und Politikern mehr Unterstützung und mehr Mittel für zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung.

Oder arbeiten Sie selbst als Fachkraft im Zivilen Friedensdienst mit.

Weitere Informationen erhalten Sie:

auf ziviler-friedensdienst.org

auf Facebook

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und in unserem E-Mail-Newsletter.

 

Kapitel 6

Ziviler Friedensdienst

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) entsendet Fachkräfte für zivile Konfliktbearbeitung in fragile und von Konflikten betroffenen Staaten weltweit. Krisenprävention, Gewaltminderung und langfristige Friedenssicherung sind seine Ziele. Seit 1999 arbeiteten mehr als 1.100 professionell ausgebildete ZFD-Fachkräfte in über 50 Ländern. Aktuell sind rund 300 Fachkräfte in 39 Ländern im Einsatz. Die Ausbildung und Vermittlung der ZFD-Fachkräfte wird von einem staatlichen Entwicklungsdienst und acht zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Friedens- und Entwicklungsdiensten durchgeführt, die sich im Konsortium ZFD zusammen geschlossen haben. Der ZFD wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Kontakt:

Öffentlichkeitsarbeit des Konsortiums ZFD

Martina Rieken

Tel 0228-24 999 18

Mail: kontakt [at] ziviler-friedensdienst [dot] org

 

Mitglieder des Konsortiums ZFD:

 

Mit finanzieller Unterstützung des:

Impressum

Diese Website wird stellvertretend für das Konsortium Ziviler Friedensdienst gehostet durch Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. Endenicher Straße 41 D-53115 Bonn   Tel.: +49-(0)228-24-999-0 Fax: +49-(0)228-24-999-20 agdf [at] friedensdienst [dot] de

Geschäftsführer: Jan Gildemeister

Verantwortlich für den Inhalt: Martina Rieken (Koordination Öffentlichkeitsarbeit) kontakt [at] ziviler-friedensdienst [dot] org

Stand: 20.06.2016

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Bildnachweise: Alle Bilder sind vom Konsortium ZFD, Hintergrundbild 1 von Georgios Giannopoulos, Hintergrundbild 2 von Julien Harneis, Bilder im Projektbeispiel Libanon: René Fietzek und Farah AlTharoub.

Konzeption und Realisierung: entwickeln und gestalten, Berlin. www.entwickelnundgestalten.de